Bildauflösung

Fernseher

Videokameras zerlegen die lineare Zeit (vor allem aus historischen Gründen, die mit der Arbeitsweise von alten Bildröhren zusammenhängen) in Halb- oder Vollbilder (24p). Solange wir mit ihnen reale Objekte und Wirklichkeit aufnehmen, ist es relativ egal, welche Bildwechselfrequenz die Kamera hat, Hauptsache, sie ist hoch genug um, für unser Auge bei der Wiedergabe kein Flimmern zu erzeugen.

 

Probleme tauchen allerdings auf, wenn wir im Bild einen Fernseh- oder gar Computermonitor haben. Dann nämlich kommt es häufig zu unschönen auf- oder abwandernden oder flackernden Balken oder Flimmern auf den Aufnahmen. Dies resultiert vor allem aus dem Umstand, dass es durchaus sein kann, dass die Videokamera statt der jeweiligen Bilder die Refreshphasen oder die Zeilensprünge eines Bildschirms aufzeichnet.

 

Abfilmen

TFT-Displays eignen sich wegen ihrer Trägheit sehr gut zum Abfilmen mit Video- und auch Filmkameras. Denn auch Filmkameras haben so ihre Probleme mit Monitoren und werden durch so genannte Phasenschieber und veränderte Winkel der Umlaufblende auf die Bildwechselfrequenz eingestellt. Bei TFTs kann man sich den ganzen Aufwand sparen und sie einfach abfilmen. Nachteil der TFTs ist natürlich der enge Winkel, in welchem sie optimale Helligkeit und Farbwiedergabe garantieren. Falls man sie aus räumlichen oder dramaturgischen Gründen nur seitlich aufnimmt, wird das Displaybild vermutlich schlecht erkennbar sein. Filmt man sie aber frontal ab, so sind sie absolut ideal.

 

Doch in den meisten Fällen sind es Röhrenmonitore, mit denen man es zu tun hat. Die haben längst nicht die Trägheit der TFT-Displays und verursachen Balken oder Flimmern. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, ist es erforderlich, die Videokamera mit der Scan- oder Flimmerfrequenz des Monitors abzugleichen. Dies geschieht, indem man die Verschluss-Geschwindigkeit der Videokamera (Shutter) verstellt.

 

Clear Scan/Variabler Shutter

Bei einigen Kameras kann die Shutter-Geschwindigkeit manuell in 1-Frame-Schritten zwischen 1 bis 255 Frames (Halbbild-Modus) oder 2 bis 256 Frames (Vollbild-Modus) verstellt werden. Einige Hersteller nennen diese Fähigkeit „Clear-Scan“ und gestalten dieses Feature recht komfortabel. Am Gehäuse, z. B. seitlich oder unterhalb des Objektivs, befindet sich ein Taster oder Schalter, offen oder unter einer Abdeckung. Drückt man diesen, wird der Clear-Scan-Modus (CLS) eingeschaltet. Dann kann man im Menü auf der CLS-Seite per Up/Down-Tasten die Hertz-Zahl solange verändern, bis der lästige Balken verschwunden ist.

 

Wird die Shutter-Geschwindigkeit sehr verändert, kann es nötig werden, die Blende minimal zu korrigieren. Denn kürzere Belichtungszeiten bedeuten ja auch eine Verringerung der Lichtmenge, welche auf die Kamerachips auftrifft. Außerdem sollte die Kamera möglichst nicht fahren oder schwenken. Noch komplizierter wird die ganze Geschichte, wenn man etwa einen Computerraum mit vielen Monitoren filmen muss. Hat man den einen gerade mit der oben beschriebenen Methode flimmerfrei bekommen, flimmern garantiert zwei andere Monitore. Einzige Chance: Bei jedem Computer im Menü für die Bildschirmeinstellungen eine einheitliche Bildwiederholfrequenz einstellen. Mit viel Glück kann man es dann sogar schaffen, auch mehrere Monitore gleichzeitig flimmerfrei abzubilden.