Rückseite eines LED Panels

Aputure LED Panel Rückansicht

Das Ausleuchten könnte so einfach sein, LEDs diese einstmals nur schwächlich und nur in rot, rün oder gelb leuchtenden Halbleiter-Bauelemente haben sich seit der Entwicklung blauer LEDs zunächst zu schwachen und inzwischen hellen weißen Lichtquellen entwickelt. Sie sind leicht, verbrauchen wenig Leistung, und doch ist das Beleuchter-Glück nicht ganz vollkommen...

 

Revolution mit kleinen Schwächen

Wer mit LEDs ausleuchtet, hat mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen. LEDs haben kein durchgehendes Farbspektrum wie etwa das Tageslicht oder das Glühlicht. Zumindest bisher kommen Hautfarben bei Glühlicht und auch bei echtem Tageslicht oder HMI Licht am besten. Wenn man mit LED Scheinwerfern ausleuchtet, sollte man unbedingt gleiche Typen werwenden, sonst erzeugen Führung, Aufhellung und Kante unterschiedliche Farbstiche...

 

LEDs nebeneinandergereiht

Innerhalb eines Panels sind alle LEDs von gleicher Bauart und Farbtemperatur, jedes Panel anderer Bauart kann auch andere Farbrichtungen mitbringen

Das bedingt, dass wir nicht so einfach Farbstiche später in der Farbkorrektur einheitlich raus filtern können. Es kann vorkommen, dass die Einstellungen, die wir vornehmen, um etwa Hauttöne optimal zu gestalten, andere Elemente im Bild farblich verfälschen. Man müsste dann theoretisch Masken bei der Farbkorrektur verwenden und etwa Kleidung, Gesicht, Hintergrund getrennt korrigieren, ein absurder Aufwand.

 

Was kann man tun? Zunächst einmal sollte man mit hochwertigen LEDs arbeiten, die einen CRI von über 90 aufweisen. Scheinbar ist es mit Tageslicht-Farbtemperatur LEDs schwerer einen hohen CRI Wert zu erzielen, als mit Kunstlicht Farbtemperatur LEDs.

 

Dann sollten alle verwendeten Lichtquellen mit denen die Hauptfiguren beleuchtet sind, die gleichen LED Scheinwerfer sein

 

Am Set sollte man mit dem Colormeter nachmessen und manuell auskorrigieren mit Filterfolien.

 

Headlights

Kleine LED Headlights

Preiswert und häufig überraschend gut, LED Headlights

Inzwischen sind die Preise für LED Headlights sehr gefallen, man kann sie teilweise bereits für 40,- Euro samt Dimmung erstehen. Viele von diesen kleinen LED Leuchten, die zudem alle einen Blitzschuh zum Aufstecken auf Kameras besitzen, sind gar nicht so schlecht. Die meisten kann man mit Batterien betreiben, viele haben auch zusätzliche Adaptereinsätze um gängige Camcorder-Akkus wie etwa Sony F oder L- Type anschließen zu können.

 

Grundsätzlich kann man bei diesen Preisen nicht die Haltbarkeit von professionellen Filmleuchten erwarten, das spürt man vor allem bei den Gehäusen. Die Headlights sind deutlich empfindlicher, gegen Sturz aber auch bei normaler Benutzung. Auch bieten sie keine optimalen Befestigungsmöglichkeiten etwa für Filterfolien etc. Auch Tore kann man in der Regel nicht anbringen, es sei denn man klebt etwa Black Wrap mit Textiband am Gehäuse fest. Eine Notlösung.

 

Headlight mit angebrochenem Blitzschuh Anschluss

Bekannte Schwachstelle vieler LED Headlights- der Anschluss für den Blitzschuh bei Kameras

Zu den Schwachstellen gehören etwa die Befestigungen für den Blitzschuh, wenn diese aus Plastik sind, halten sie oft nicht lange. Auch die Potis für die Dimmer sind nicht auf Haltbarkeit ausgelegt. Andererseits kosten professionellere Versionen dieser Panels gerne das zehnfache, dafür sind sie dann stabiler ausgeführt. Eine Abwägungsfrage, die sich vor allem auch am CRI Wert der Headlights orientieren sollte.

 

BiColor

Manche Panels sind in BiColor Ausführung und bieten die Möglichkeit von Kunstlicht bis zu Tageslicht verschiedene Farbtemperaturen einzustellen. Dafür besitzen sie zwei verschiedene Sorten von LEDs die parallel angeordnet sind und getrennt gedimmt werden können. Allerdings ist die volle Lichtleistung nur in Mittelstellung bei etwa 4500 Kelvin zu erzielen. Geht man voll auf Tageslicht oder voll auf Kunstlicht, halbiert sich die Leistung, weil ja nur die Hälfte der LEDs aktiv ist.

 

Platzhirsche

LEDs müssen selektiert werden, um eine einheitliche Farbtemperatur sicherzustellen. Und sie müssen hochwertig und leistungsstark sein. Der Schrott, der viel zu bläulich, zu rosa oder zu dunkel ist, landet in den Lichterketten für Tannenbäume...

 

Die meisten klassischen Scheinwerferhersteller wie Arri, Kinoflo etc. haben inzwischen auch LED Scheinwerfer im Angebot, allerdings zu hohen Preisen. Da sind 1-4000 Euro durchaus nicht selten.

 

Diese Scheinwerfer sind dann allerdings in jeder Hinsicht über alle Zweifel erhaben und besitzen in der Regel auch eine hervorragende passive Kühlung. So etwa der Lumos 500MK (Fluter) mit einem sehr guten CRI Wert von 97 oder auch Arris Skypanel mit einem CRI von 98 bzw. 95 in BiColor.

 

Eine etwas andere Philosophie verfolgen LED Scheinwerfer mit nur einer LED, die besonders leistungsstark ist und per Stufenlinse gebündelt wird, wie etwa der Fiilex Q1000 (Stufenlinser/Fresnel) mit einem CRI von 96 oder auch der Arri L7-C (Stufenlinser/Fresnel) mit CRI von 94.

 

Preiswerte Alternativen

Rückseite eines LED Panels mit Akkus

Empfehlenswertes LED Panel, Aputure, deutlich sichtbar die beiden Sony F Lithium Ionen Akkus sowie Regler und Anzeige für die Dimmung bzw. Zuschaltung einzelner Gruppen von LEDs

Amaran HR672S für Tageslicht, C für BiColor beispielsweise. Das Panel kommt im i-Pad Format daher, hat ein 1/4 Zoll Schraubgewinde und kann damit optimal auch vom Stativ betrieben werden. Zwei Akkus oder Netzbetrieb sichern die Stromversorgung.

 

Wer es noch heller und professioneller will, kann mit der Aputure Light Storm LS 1c glücklich werden. Ein Schwenkbügel, wie man ihn von Profileuchten gewohnt ist und verspiegelte Tore, sowie ein V-Mount Anschluss für Profiakkus, hinterlassen einen professionelleren Eindruck, den sich der Hersteller allerdings auch durch den dreifachen Preis vergüten lässt.

 

Für Ausleuchtung auf engem Raum, etwa in Autos, eignen sich die LED Sticks wie beispielsweise LED 516AS von Coolcam, ein BiColor Gerät für leichte Auswahl der Farbtemperatur.

 

Kühlung

Auch LEDs werden warm, nicht so warm wie HMI oder Halogen, aber dennoch, Hitze ist ein Thema. Teure Panels besitzen auf der Rückseite Kühlkörper mit denen die Wärme abgeleitet wird. Preiswerte haben eher Lüftungsschlitze. So lange die Panels vertikal betrieben werden, funktioniert das gut, werden sie aber flach liegend betrieben, funktioniert die Ventilation der Luft nicht mehr so gut und sie können überhitzen. Oft schaltet dann eine Sicherheitsschaltung das Panel rechtzeitig aus.