Schublade, aus der Zeitungsauschnitte quillen

 

Software

Eine neue Generation an Software erlaubt es, relativ komfortabel die Aufnahmen mehrerer Kameras zu 360 Grad Aufnahmen zusammenzufügen. Dies lassen sich die meisten Anbieter aktuell sehr fürstlich bezahlen, dabei sind die in diesen Programmen verwendeten Techniken durchweg ältere in anderen Programmen teilweise Jahrzehnte lang vorhandene visuelle Effekte und Tricks. Insbesondere Programme wie After Effects aber auch Photoshop (für 360 Grad Fotos) haben eigentlich alle Tricks an Bord, allerdings bisher nicht in der vieles vereinfachenden Automation, die dezidierte Stitch-Programme mitbringen. Man kann davon ausgehen, dass Adobe sicher auch dieses Segment bedienen wird.

 

Zu den bekannteren Programmen, die es uns erlauben, einzelne Videos zu einer 360 Grad Videoaufnahme zusammenzufügen, gehören Videostitch und Autopano. Beide sind nicht wirklich billig, Videostitch kostet etwa 1000 USD, "Kolor Autopano Video Pro" sogar noch mehr.

 

Für Videostitch wird empfohlen PTGui zu verwenden um sich Vorlagen zu erstellen, das kostet dann weitere 200 USD. Für Kolor wird zusätzlich Giga4 empfohlen.

 

Typische Arbeitsschritte am Beispiel von Videostitch

Die Vorgänge sind bei allen Stitch-Programmen eigentlich sehr ähnlich, man kann also die Abläufe auf alle Programme mehr oder weniger genau so übertragen.

 

Importieren

Nachdem man das Programm geöffnet hat, kann man die Videodateien entweder mit dem Menübefehl "Open Videos" importieren oder aber einfach per Drag an Drop auf die Arbeitsfläche ziehen.
Gleich zu Beginn sollte man sein Projekt benennen und abspeichern. Der Befehl "Safe File as" bietet die entsprechende Option an.

 

Synchronisieren

Wenn die individuellen Videos importiert sind, muss man sie als nächstes synchronisieren. Das ist wichtig, damit Bewegungen und Bildteile zueinander passen. Sonst bewegt sich der Kopf eines Menschen vor seinen Beinen durch den 360 Grad Raum. Videostitch bietet drei verschiedene Wege an, Audio, Motion und Flash.

 

Wenn man bei der Aufnahme mit seinem Kamera-Array eine Art Synchroninformation hergestellt hat, etwa indem man das Stativ auf dem sich die Kameras befinden einmal hin, und her gedreht hat, so muss man nur noch in den einzelnen Videos die entsprechende Stelle im Anzeigefenster heraussuchen und dann auf "Motion" klicken.

 

Die zweite Methode ist akustisch, man sollte in der Nähe der Kamera in die Hände klatschen oder wenn es professioneller sein soll, die Klappe schlagen. Dann kann das Programm auf den Ton synchronisieren.

 


Wer sicher gehen will, benutzt einfach beide Methoden.

 

Kalibrieren

 

Die automatische Kalibrierung kann über Frame-List oder Sequence geschehen. Dazu wählt man vier/fünf einzelne Bilder verteilt über die ganze Timeline aus, klickt jedes Mal wenn man eines gewählt hat, auf das Plus Symbol neben dem Kästchen und fügt damit das Bild hinzu. Danach auf den Button Calibrate from Frame List klicken und das Programm rechnet.

 

Farb,- und Belichtungskorrektur

(Color Calibration) Hier kann man wählen ob man nur Farbkorrektur oder zusätzlich auch den Weißabgleich mitmachen möchte. Man klickt auf Anfang (0000) und Ende (xxxx) der Sequenz (Timeline auf Ende und auf den rechten Marker klicken) und klickt dann darüber auf den Button "Adjust Sequence". Dann korrigiert Videostitch eventuelle Unregelmäßigkeiten in der Belichtung der einzelnen Kameras.

 

Stabilisierung

Falls die Kamera sich bewegt hat, sei es, weil sie sich auf einem Fahrzeug befand oder gar an einem Menschen, kann die Stabilisierung zur Qualitätsverbesserung beitragen. Befand sie sich auf einem Stativ, dann ist die Stabilisierung natürlich unnötig. Auch hier wählt man wie bei der Belichtungskorrektur wieder die ganze Sequenz aus und das Programm stabilisiert die Aufnahme.

 

Orientierung

Im nächsten Schritt wird die Orientierung festgelegt. Mit dem Befehl Orientation erscheint ein Raster auf dem Bildschirm und man kann mit der Maus den Horizont gerade biegen. Sobald man damit fertig ist, kann man oben rechts auf den "Process" Button klicken.

 

Dann kann man festlegen, wo das Ergebnis hin gespeichert werden soll.

 

Schneiden

Die fertig gestitchten Clips können nun in einem Schnittprogramm wie etwa Adobe Premiere geschnitten werden. Dazu müssen natürlich die entsprechenden Voreinstellungen für die Sequenz übereinstimmen. Dann die fertig geschnittenen Aufnahmen exportieren im Format 4096 X 2048.

 

YouTube

Damit die Filme dann etwa in YouTube richtig als 360 Grad steuerbar sind, müssen sie noch mit entsprechenden Metadaten versorgt werden. Hierfür gibt es weitere Programme wie etwa die "360 Video Metadata App" oder dem "Spatial Media Metadata Injector". Für andere Player ist das nicht erforderlich.

 

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